Hepatitis A

Hepatitis A ist eine durch Viren verursachte Leberentzündung. Eine einmal durchgemachte Hepatitis A hinterlässt eine lebenslange Immunität, das heißt man kann sich nicht erneut mit Hepatitis A anstecken. Eine Impfung schützt sicher vor Hepatitis A.

Erreger

Hepatitis A wird durch das Hepatitis A Virus übertragen.

Verbreitung in Deutschland

Da Hepatitis A zu den meldepflichtigen Infektionen in Deutschland gehört, existieren genaue Zahlen zu ihrer Verbreitung. So werden in Deutschland pro Jahr ca. 800 neue Hepatitis A Infektionen gemeldet. Bei etwa der Hälfte dieser Fälle handelt es sich um eine sogenannte Reisehepatitis, also eine im Ausland erworbene Infektion.

Meldepflicht

Für Hepatitis A besteht bereits bei Infektionsverdacht eine namentliche Meldepflicht an das örtliche Gesundheitsamt.

Übertragungswege

Etwa 50% der Hepatitis A-Infektionen wird durch sexuelle Kontakte übertragen, die anderen 50% über den Verzehr von durch kleinste Kotspuren verunreinigte Lebensmittel.

Hat sich ein Mensch mit Hepatitis A infiziert, so scheidet er Hepatitis A Viren über den Darm aus. Damit es zu einer Übertragung kommt, müssen die mit dem Kot ausgeschiedenen Viren über den Mund in den Verdauungstrakt einer gesunden Person gelangen. Man spricht hier von einer fäkal-oralen Übertragung.

Sexuelle Übertragung von Hepatitis A

Hepatitis A wird beim Sex durch oral-anale Praktiken (Lecken am Po) übertragen. Eine Übertragung ist auch möglich, wenn Finger, die Kontakt mit dem Anus hatten, zum Mund geführt werden.

Nicht sexuelle Übertragung von Hepatitis A

Hepatitis A kann auch über den Verzehr von durch kleinste Kotspuren verunreinigte Lebensmittel und Trinkwasser übertragen werden. Hepatitis A wird auch Reisehepatitis genannt, da die Infektionen häufig in Ländern mit schlechten sanitären bzw. Hygieneverhältnissen erworben werden. Ein weiterer Übertragungsweg ist die gemeinsame Benutzung von Spritzbesteck beim intravenösen Drogengebrauch.

Prävention

Eine Imfpung gegen Hepatitis A bietet den sichersten Schutz.
Den sichersten Schutz vor Hepatitis A bietet eine Impfung. Für die Impfung sind zwei Impfstoffgaben notwendig: eine erste Impfung und 6 bis 12 Monate später eine zweite. Nach diesen zwei Impfungen reicht der Impfschutz im Durchschnitt für etwa 10 bis 25 Jahre.

Neben der Impfung gegen Hepatitis A ist eine Kombinations-Impfung gegen Hepatitis A und B möglich.

Empfohlen wird die Hepatitis A Impfung für…

  • Personen mit häufig wechselnden Sexualpartnern
  • Reisende in Länder mit hoher Hepatitis-A Prävalenz
  • Personen mit Kontakt zu Hepatitis-A-Kranken
  • Personen mit chronischen Leberkrankheiten

Wer auf Reisen geschützt sein will, sollte sich mindestens zwei Wochen vor Reiseantritt impfen lassen. Impfungen vor einer Reise müssen selbst bezahlt werden. Die Kosten liegen pro Teilimpfung bei ca. 50€.

Für einige Gruppen ist die Impfung kostenlos

Die Impfkosten müssen für Personen mit erhöhtem Infektionsrisiko von den Krankenkassen übernommen werden. Zu diesem Personenkreis gehören: Angehörige von Hepatitis-A -Kranken, Menschen mit häufig wechselnden Sexualpartnern, intravenös drogengebrauchende Menschen und Männer, die Sex mit Männern haben (MSM). Fragen Sie hierzu Ihren Arzt.

Für Berufstätige, die aufgrund ihres Berufs ein hohes Infektionsrisiko haben (z.B. Pflegepersonal im Krankenhaus), muss in der Regel der Arbeitgeber die Impfkosten übernehmen.

Was tun nach einem Risikokontakt?

Auch nach einem Risikokontakt kann eine Infektion durch Impfung und Verabreichung von Immunglobulinen verhindert werden. Die Impfung muss spätestens 14 Tage nach dem Risikokontakt erfolgen. Hier gilt: Je früher desto besser. Zusätzlich zur Impfung werden Immunglobuline gegeben. Das sind Antikörper von Menschen, die bereits eine Hepatitis-A-Infektion hatten.

Inkubationszeit

Zwischen Infektion und Auftreten der ersten Symptome liegen im Durchschnitt 3-4 Wochen.

Symptome

Zunächst treten bei einer Infektion mit Hepatitis A grippeähnliche Beschwerden wie Appetitlosigkeit, Abneigung gegen Fett und Alkohol, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Übelkeit, Druckgefühl unter dem Rippenbogen sowie Muskel- und Gelenkschmerzen auf. Diese Beschwerden werden oft als Grippe fehlgedeutet.

Etwa jede dritte infizierte Person entwickelt im Laufe der Hepatitis-A-Infektion einen Ikterus. Der Ikterus ist eine Gelbfärbung von Haut und Bindehaut des Auges und wird umgangssprachlich auch als „Gelbsucht“ bezeichnet. Die Gelbfärbung klingt in der Regel nach zwei bis sechs Wochen wieder ab.

Krankheitsverlauf

Der Krankheitsverlauf ist bei Kindern und Erwachsenen unterschiedlich. Bei Kindern verläuft die Infektion meist unbemerkt. Erwachsene leiden hingegen Wochen oder Monate an den Krankheitssymptomen. Die Hepatitis A heilt bei Kindern und Erwachsenen vollständig aus und hinterlässt lebenslange Immunität. Eine chronische Hepatitis A gibt es nicht.

Diagnose

Eine Hepatitis-A-Infektion wird durch einen Bluttest festgestellt, der nach Antikörpern gegen das Hepatitis-A-Virus sucht.

Behandlung

Für die Behandlung der Hepatitis-A-Infektion gibt es keine Medikamente. Krankheitsbeschwerden können jedoch durch Medikamente gelindert werden.

Sonstige Maßnahmen

Im Falle einer Infektion werden körperliche Schonung sowie eine ausgewogene, nicht zu fettreiche Ernährung empfohlen. Alkohol und andere leberschädigende Substanzen (Drogen, einige Medikamente) sollten gemieden werden.

Um die Ausbreitung der Infektion zu verhindern, dürfen Hepatitis-A-Kranke nach dem Infektionsschutzgesetz nicht in Gemeinschaftseinrichtungen (Schule oder Kindergarten) und Gastronomie- oder Lebensmittelbetrieben arbeiten, bis die Erkrankung ausgeheilt ist.