Hepatitis C

Sex spielt bei der Übertragung von Hepatitis C kaum eine Rolle. Da das Virus in erster Linie über Blut übertragen wird, ist vor allem die gemeinsame Benutzung von Spritzbestecken beim intravenösen Drogenkonsum der Übertragungsweg Nummer Eins. Hepatitis C nimmt häufig einen chronischen Verlauf. Wird die Infektion in der akuten Phase behandelt, kann eine Chronifizierung verhindert werden.

Erreger

Das Hepatitis-C-Virus ist ein RNA-Virus mit mehreren Genotypen.

Verbreitung in Deutschland

Weltweit leiden etwa 130 Millionen Menschen an einer chronischen Hepatitis C, davon ca. 3-5 Millionen in Europa. Für Deutschland rechnet man mit ca. 400.000 bis 500.000 chronisch Infizierten.

Besonders stark von Hepatitis-C betroffen ist die Gruppe der Drogen Gebrauchenden. Bis zu 90% der langjährigen Konsument(inn)en sind mit dem Hepatitis C-Virus infiziert, wobei es meist schon in den ersten Jahren des Konsums zu einer Ansteckung kommt.

Meldepflicht

Für Hepatitis C besteht bereits bei Verdacht auf eine Infektion eine namentliche Meldepflicht an das örtliche Gesundheitsamt.

Übertragungswege

Hepatitis C ist ein besonders ansteckendes Virus, das sich vor allem im Blut infizierter Personen befindet. Zu einer Übertragung kommt es, wenn infiziertes Blut auf verletzte Haut bzw. Schleimhaut oder direkt in die Blutbahn gesunder Menschen gelangt. Für eine Infektion reicht bereits eine geringe, für das Auge nicht sichtbare Menge Blut aus.

Nicht sexuelle Übertragung von Hepatitis C

Beim intravenösen Drogengebrauch kann Hepatitis C bereits bei der gemeinsamen Benutzung von Utensilien wie Löffel oder Filter übertragen werden. Das Übertragungsrisiko ist am größten, wenn Drogengebrauchende beim intravenösen Drogenkonsum ihr Spritzbesteck teilen oder beim Sniefen ihre Röhrchen gemeinsam benutzen.

Neben dem gemeinsamen Drogengebrauch kann Hepatitis C auch übertragen werden, bei:

  • Tätowierungen und Piercing (wenn Hygienestandards nicht eingehalten werden)
  • gemeinsamer Benutzung oder Verwechslung von Zahnbürsten, Rasierzeug, Nagelscheren etc.
  • Schwangerschaft oder Geburt (Mutter-Kind-Übertragung: eher selten)

Sexuelle Übertragung von Hepatitis C

Die sexuelle Übertragung spielt bei Hepatitis C vor allem dann eine Rolle, wenn Blut im Spiel ist, also bei verletzungsträchtigen Sexualpraktiken. Bei Entzündungen in Vagina oder Enddarm steigt das Übertragungsrisiko, da diese in der Regel leicht bluten und für eine Übertragung bereits minimale nicht sichtbare Blutmengen ausreichen können.

Prävention

Im Gegensatz zu Hepatitis A und B gibt es gegen Hepatitis C keine Impfung. Ein sicher schützender Impfstoff ist auch in den nächsten Jahren nicht zu erwarten. Es gibt jedoch Möglichkeiten, wie man sich vor einer Hepatitis-C-Infektion beim Sex und beim Drogengebrauch schützen kann.

Schutzmaßnahmen beim Drogengebrauch

Die Safer Use Regeln senken beim Drogengebrauch das Risiko einer Ansteckung mit Hepatitis C.

  • Sniefen: immer das eigene (am besten sterile) Röhrchen verwenden
  • Intravenöser Drogenkonsum: immer das eigene sterile Spritzbesteck und Zubehör (Löffel, Filter, Abbinder und Tupfer) verwenden
  • Vor dem Konsum: Hände waschen

Schutzmaßnahmen beim Sex

Das Risiko einer sexuellen Übertragung kann durch folgende Maßnahmen gesenkt werden:

  • Kondomgebrauch beim Anal- und Vaginalverkehr
  • Dildos vor der Weitergabe mit einem neuen Kondom versehen
  • Gründliche Desinfektion von Sexspielzeug und anderen Instrumenten, die mit Blut in Berührung kommen können
  • Verwendung von Handschuhen beim Fisten

Inkubationszeit

Zwischen Infektion und Auftreten der ersten Symptome liegen im Durchschnitt 6-9 Wochen.

Symptome

Die akute Hepatitis-C-Infektion verläuft in ¾ der Fälle ohne ausgeprägte Beschwerden und wird daher nur selten bemerkt. Wenn überhaupt treten in dieser Phasegrippeähnliche Beschwerden wie Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, Muskel- und Gelenkschmerzen, Oberbauchbeschwerden, Übelkeit, Erbrechen und leichtes Fieber auf. In nur 10% der Fälle kommt es zu einer sogenannten „Gelbsucht“ mit einer Gelbfärbung von Augen und Haut, dunklem Urin und hellem Stuhl.

Bleibt die akute Hepatitis-C aufgrund ihres symptomarmen Verlaufs unentdeckt, nimmt sie in den meisten Fällen einen chronischen Verlauf. Die chronische Hepatitis C verläuft oft über Jahre symptomarm bzw. symptomlos. Sie bleibt daher ebenfalls oft unentdeckt.

Mit dem Hepatitis-C-Virus infizierte Personen können die Infektion so langen an andere weiter geben, wie das Virus in ihrem Blut nachweisbar ist. Bei chronisch infizierten Personen ist das während des gesamten Krankheitsverlaufs und somit über Jahre hinweg der Fall.

Krankheitsverlauf

Circa ¾ aller unbehandelten Hepatitis-C-Infektionen werden chronisch. Bei einer chronischen Hepatitis C Infektion kann sich aufgrund der andauernden Leberentzündung im Laufe vieler Jahre eine Leberzirrhose oder Leberzellkrebs entwickeln. Eine spontane Ausheilung der chronischen Hepatitis C ist sehr selten, aber möglich.

Im Gegensatz zu Hepatitis A und B verleiht eine ausgeheilte Hepatitis C Infektion keinen Schutz vor erneuter Ansteckung. Man kann sich jederzeit neu mit Hepatitis C anstecken.

Diagnose

Eine Hepatitis-C-Infektion wird durch einen Bluttest diagnostiziert. Es gibt zwei unterschiedliche Testverfahren: den Antikörpernachweis und den Nachweis von Virusbestandteilen. Der Antikörpertest kann erst 1-3 Monate nach der Infektion Antikörper nachweisen. Der Nachweis von Virusbestandteilen gelingt hingegen meist schon 2 Wochen nach der Infektion.

Behandlung

Behandlung der akuten Hepatitis-C

Um zu verhindern, dass die akute Hepatitis-C-Infektion einen chronischen Verlauf nimmt, wird sie durch eine Interferon-Mono-Therapie behandelt. Akut ist eine Hepatitis-C-Infektion dann, wenn die Ansteckung weniger als sechs Monate zurück liegt.

Behandlung der chronischen Hepatitis-C-Infektion

Die chronische Hepatitis-C-Infektion ist durch pegylierte Interferone in Kombination mit Ribavirin behandelbar. Dank dieser Medikamente haben sich die Heilungschancen auch für die chronische Hepatitis C deutlich verbessert.

Eine Behandlung zu einem frühen Zeitpunkt hat bessere Erfolgsaussichten. Die Behandlung ist jedoch körperlich und psychisch belastend. Der Behandlungszeitpunkt muss daher mit dem behandelnden Arzt sorgfältig abgesprochen werden.

Sonstige Maßnahmen

Im Falle einer Infektion werden körperliche Schonung sowie eine ausgewogene, nicht zu fettreiche Ernährung empfohlen. Alkohol und andere leberschädigende Substanzen (Drogen, Medikamente) sollten gemieden werden.