Acarodermatitis (Krätze)

Die Krätze ist eine durch Milben hervorgerufene ansteckende Hautkrankheit. Typisches Symptom für Krätze ist ein heftiger Juckreiz, der sich vor allem in der Nacht bemerkbar macht.

Erreger

Die Krätze wird durch eine 0,2 bis 0,4 mm große Milbe übertragen. Die Milben leben in den oberen Hautschichten der Menschen und ernähren sich von Zellflüssigkeit, Lymphe und Hautzellen. Die Weibchen legen täglich ein bis drei Eier und Kot in die Hornschicht der Haut ab. Daraus schlüpfen nach wenigen Tagen Larven, die zur Hautoberfläche wandern. Die Larven entwickeln sich innerhalb von zwei bis drei Wochen zu geschlechtsreifen Milben. Die Lebensdauer der Weibchen beträgt ungefähr 1-2 Monate, außerhalb des Menschen bei Raumtemperatur 1-4 Tage.

Verbreitung in Deutschland

Die Krätzmilbe kommt weltweit vor. Sie verbreitet sich schnell in der Familie bzw. in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergarten oder Schule. Die Krätze tritt bei Angehörigen aller sozialen Schichten auf. Genaue Zahlen und Schätzungen über die Häufigkeit der Erkrankung gibt es nicht.

Meldepflicht

Es besteht keine Meldepflicht. Das Gesundheitsamt muss allerdings informiert werden, wenn Krätze in Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen und Kindergärten auftritt.

Übertragungswege

Übertragung beim Sex

Da Krätzmilben durch direkten Körperkontakt übertragen werden, ist eine Übertragung bei allen sexuellen Praktiken möglich.

Andere Übertragungswege

Neben dem direkten Körperkontakt können die Milben auch über die gemeinsame Benutzung von Bett, Handtüchern oder Kleidung weitergegeben werden. Auch eine Übertragung durch gemeinsam genutzte Gegenstände wie Plüschtiere, Thermometer oder Blutdruckmanschetten ist möglich.

Beengte Wohnverhältnisse und mangelnde Hygiene begünstigen die Infektion. Die Krätze kann jedoch auch bei guter Hygiene auftreten.

Prävention

Sich vor einem Befall mit der Krätzmilbe zu schützen ist schwierig, da für die Übertragung ein einziges Milbenweibchen ausreichen kann. Ist von einer Person bekannt, dass Sie Krätze hat, sollte Körperkontakt auf jeden Fall vermieden werden.

Über sorgfältige Körperhygiene und regelmäßiges Wechseln der Wäsche kann man das Risiko einer Ansteckung senken. Diese Maßnahmen können einen Befall mit der Krätzmilbe jedoch nicht immer verhindern.

Inkubationszeit

Zwischen Infektion und Auftreten der ersten Symptome dauert es bei der Erstinfektion je nach Anzahl der übertragenen Milben zwei bis sechs Wochen. Infiziert man sich danach erneut mit Krätze liegen zwischen Infektion und Auftreten der ersten Symptome nur noch wenige Tage.

Symptome

Krätzemilben befallen vor allem dünne Hautstellen an warmen Körperstellen. Bevorzugt sind das:

  • Fingerzwischenräume
  • Handgelenke
  • Umgebung der Brustwarzen
  • Ellenbogen und Knie
  • Leisten und Genitalregion

Symptome, die auf einen Krätze-Befall hinweisen können

  • Starker nächtlicher Juckreiz
  • Juckende Knötchen und Pusteln
  • Graue schuppige Hautentzündungen
  • Schuppende Hautschwellungen
  • Aufgekratzte Hautstellen

Vereinzelt kann sich der Ausschlag auch auf Arme, Achseln, Schenkel, Finger, Fußsohlen, Bauch und Rücken ausdehnen. Der Juckreiz entsteht aufgrund einer allergischen Reaktion des Körpers gegen die Milbenausscheidungen und gegen die zerfallenden Körper der toten Milben.

Auswirkungen einer unbehandelten Infektion

Durch den starken Juckreiz kommt es im Laufe der Infektion zu aufgekratzten Hautstellen. Diese kleinen Wunden können Eintrittspforten für andere Infektionen sein. Das Risiko sich zusätzlich zur Krätze mit anderen STI zu infizieren erhöht sich.

Diagnose

Bei nächtlichem Juckreiz und den unter dem Abschnitt Symptome beschriebenen Hautveränderungen ist ein Krätzebefall sehr wahrscheinlich. In diesem Fall sucht der Arzt oder die Ärztin den Körper nach Milben oder Eiern ab. Eine Laboruntersuchung auf Krätze gibt es nicht.

Behandlung

Krätze wird mit einer speziellen Creme behandelt. Je nach Mittel muss die äußere Therapie mehrmals wiederholt werden. Nach erfolgreicher Therapie kann es noch Tage oder Wochen dauern, bis die Hautveränderungen abheilen. Bei schweren Fällen z.B. bei HIV-Infizierten, kann auch eine systemische Therapie durchgeführt werden.

Sexualpartner bzw. Sexualpartnerinnen und alle im selben Haushalt lebenden Personen sollten auch dann mitbehandelt werden, wenn noch keine Anzeichen für einen Krätzebefall zu entdecken sind.

Sonstige Maßnahmen

Durch folgende Maßnahmen können Sie während der Behandlung einen erneuten Befall von Krätze verhindern:

  • Bettwäsche und Kleindung täglich wechseln und wenn möglich bei 60 Grad waschen
  • Plüschtiere 14 Tage in einen Plastiksack stecken, um die Milben auszuhungern
  • Teppiche und Möbel wie Sofas, Stühle und Bett mehrfach absaugen oder chemisch reinigen

Tritt Krätze in Gemeinschaftseinrichtungen auf, so dürfen die Betroffenen die Gemeinschaftseinrichtungen erst dann wieder aufsuchen, wenn die Ärztin oder der Arzt eine Weiterverbreitung der Krätze sicher ausschließen kann.