Pthirus pubis (Filzläuse)

Filzläuse sind kleine Insekten, die vor allem sexuell übertragen werden. Bevorzugt halten sich Filzläuse im Schambereich auf. Filzläuse ernähren sich vom Blut des Menschen. Ihre Bisse in die Haut verursachen Juckreiz und Rötungen. Mit entsprechenden Mitteln behandelt, wird man die Filzläuse schnell wieder los.

Erreger

Filzläuse sind 1,5 – 2 mm große Insekten. Befruchtete Weibchen kleben ihre Eier (Nissen) an Haarschäfte – bevorzugt im Schambereich. Innerhalb von drei bis vier Wochen entsteht aus dem Ei eine geschlechtsreife Laus.

Verbreitung in Deutschland

Genaue Zahlen über die Verbreitung von Filzläusen in Deutschland gibt es nicht.

Meldepflicht

Es besteht keine Meldepflicht.

Übertragungswege

Filzläuse werden durch direkten Körperkontakt, hauptsächlich beim Sex übertragen. Gelegentlich können Filzläuse auch indirekt über gemeinsam benutzte Bettwäsche, Handtücher oder Kleidung übertragen werden.

Prävention

Sind beim Sexpartner oder bei der Sexpartnerin typische Symptome eines Filzlausbefalls zu erkennen oder ist ein Befall bekannt, sollte bis zum erfolgreichen Abschluss der Behandlung auf engen körperlichen Kontakt, also auch auf Sex verzichtet werden.

Inkubationszeit

Zwischen Infektion und Auftreten der ersten Symptome liegen 3-6 Tage.

Symptome

Filzläuse befallen bevorzugt den Schambereich. Sie können aber auch in anderen behaarten Regionen auftreten:

  • am Anus
  • unter den Achseln
  • auf dem Bauch
  • an den Oberschenkeln

Aufgrund ihrer Größe sind sowohl Filzläuse als auch deren Nissen mit bloßem Auge zu erkennen.

Symptome, die auf einen Befall mit Filzläusen hinweisen können

  • mäßiger, tags wie nachts gleichbleibender Juckreiz
  • Bakterielle Entzündungen der Einstichstellen (verursacht durch massives Kratzen)
  • „Rostflecken“ in der Unterhose von den Exkrementen der Läuse
  • Einblutungen rund um die Bissstelle (eher selten)

Auswirkungen einer unbehandelten Infektion

Durch den Juckreiz kommt es im Laufe der Infektion zu aufgekratzten Hautstellen. Diese kleinen Wunden können Eintrittspforten für andere Infektionen sein. Das Risiko sich mit einer anderen STI zu infizieren erhöht sich.

Diagnose

Die Läuse kann der Arzt oder die Ärztin bei der Untersuchung mit bloßem Auge erkennen. Nissen an den Schamhaaren sind unter einer Lupe erkennbar.

Behandlung

Zum Abtöten der Filzläuse und deren Eier wird in der Regel eine Creme mit entsprechendem Wirkstoff z.B. Permethrin 1% auf die befallene Haut aufgetragen. Bei starker Körperbehaarung sollte auch der Unterbauch, das Gesäß und die Oberschenkel mitbehandelt werden.

Nach der Behandlung sollte man versuchen, möglichst viele Eier bzw. Nissen zu entfernen. Dazu verdünnt man Haushaltsessig 1:2 mit Wasser, lässt diese Tinktur ungefähr 10 Minuten einwirken und kämmt die Nissen dann mit einem speziell für Läusebefall hergestellten „Läusekamm“ aus den Haaren heraus.

Nach 8-10 Tagen sollte die Behandlung wiederholt werden, um neu geschlüpfte Läuse aus verbliebenen Eiern abzutöten. Eine Rasur der befallenen Haare ist hilfreich, aber nicht unbedingt erforderlich.

Sonstige Maßnahmen

Bis zum Ende der erfolgreichen Behandlung sollte man auf engen Körperkontakt und Sex verzichten. Um einen Pingpong-Effekt zu vermeiden, sollten sich auch die Sexpartner und Sexpartnerinnen untersuchen und ggf. behandeln lassen.

Sie können während der Behandlung einen erneuten Filzlausbefall verhindern, wenn Sie folgende Gegenstände täglich Wechseln und bei 60-90 Grad waschen:

  • Bettwäsche
  • Handtücher
  • Unterhose
  • Schlafanzug

Wäsche, die nicht so heiß gewaschen werden kann, können Sie für vier Wochen fest in einer Plastiktüte verschließen. Die Filzläuse werden auf diese Weise abgetötet.