Diagnose / HIV-Test

Bei allen Infizierten kommt es zu einer Abwehrreaktion, in deren Rahmen auch Antikörper gegen HIV gebildet werden. Diese lassen sich mit modernen Labortests, die nach Antikörpern und Virusbestandteilen (Antigenen) suchen, im Regelfall spätestens nach sechs Wochen nachweisen, mit Schnelltests (Antikörper-Tests, die das Ergebnis schon in wenigen Minuten liefern) spätestens nach zwölf Wochen.

Ausschließen kann man eine HIV-Infektion also nur dann, wenn der Labortest frühestens sechs Wochen bzw. wenn der Schnelltest (das gilt auch für Heimtests) frühestens drei Monate nach dem letzten Risikokontakt durchgeführt wurde („diagnostisches Fenster“ oder „diagnostische Lücke“). Nachweisen kann man eine Ansteckung dagegen meist schon deutlich früher.

Werden HIV-Antikörper/-Antigene oder wird HIV festgestellt und wird dieses Ergebnis in einem weiteren Test bestätigt, lautet das Testergebnis „positiv“; wird nichts nachgewiesen, ist das Testergebnis „negativ“.

Es gibt viele Gründe, sich testen zu lassen: Gewissheit angesichts einer befürchteten Ansteckung, Wunsch nach Sex ohne Kondom in der Partnerschaft, Kinderwunsch, die Verhinderung schwerer gesundheitlicher Schäden durch einen möglichst frühen Therapiestart oder die Abklärung von Krankheitszeichen. Schwangeren Frauen wird ein HIV-Test empfohlen, um der Mutter gegebenenfalls eine antiretrovirale Therapie anzubieten und durch geeignete weitere Maßnahmen eine HIV-Übertragung auf das Kind zu vermeiden.

Der Sonderfall: HIV-PCR-Test
Der HIV-PCR-Test weist keine Antikörper, sondern das Virus direkt im Blut nach. Als HIV-Test kann er früher eingesetzt werden, als ein Labortest, aber schon 2 bis 3 Wochen nach einer Infektion kann er kein sicheres Ergebnis mehr bieten. Deshalb sollte nur der HIV-Antikörpertest, also ein Labor-, Schnell-, oder Heimtest, eingesetzt werden, um eine HIV-Infektion sicher auszuschließen.